Social Media Monitoring am Praxisbeispiel „Optiker“

Längst haben deutsche Unternehmen verstanden, welchen Mehrwert die sozialen Medien bieten können. Mittlerweile gibt es jeden Tag neue Mitgliederzahlen oder Ratgeber zu Facebook, Twitter und Co., die belegen welchen Stellenwert das Thema heute hat. Entsprechend viele Gespräche finden natürlich auf diesen Plattformen statt. Zwar beobachten viele Unternehmen bereits, was rund um Ihre Marken im Social Web gesprochen wird und wie es um Ihre Reputation bestellt ist, darüber hinaus jedoch bleiben die Potenziale von Social Media Monitoring bisher vielfach ungenutzt.

Nicht den zweiten Schritt vor dem Ersten tätigen!

Blickt man 2-3 Jahre zurück, so lautete damals die Devise, „erstmal sehen, wie sich die sozialen Medien entwickeln“, „erstmal probieren und schauen, welche Resonanz es gibt“, „das ist doch nur die nächste Blase“. Zwar ist diese Phase nunmehr beendet und Social Media Marketing wird größtenteils professionell angegangen, so gewinnt das Thema Social Media Monitoring allerdings nur langsam an Fahrt. Unternehmen hätten sich viele Ressourcen sparen können, indem Sie vor ihren Marketing Aktivitäten mit einem professionellen Monitoring begonnen hätten. Durch eine individuelle Analyse der eigenen Zielgruppe und des Marktes wird schnell deutlich, was potentielle Kunden eigentlich erwarten, wo sie sich aufhalten und welche Themen sie beschäftigen. Aufbauend darauf lässt sich dann eine nachhaltige und fundierte Strategie entwickeln.

„Über unsere Marke gibt es kaum relevante Beiträge!“

Die Unternehmen, welche schon Social Media Monitoring betreiben, sind natürlich vor allem daran interessiert, was konkret über die eigene Marke gesprochen wird. Wie werden unsere Produkte wahrgenommen? Wie kommt die neue Kampagne an? Welche Maßnahmen können wir daraus ableitend initiieren? Nun gibt es Marken über welche es mehrere 100 Beiträge am Tag gibt, wo sich schnell Trends erkennen lassen und, die konkrete Handlungsoptionen offenbaren. Auf der anderen Seite gibt es aber ebenso Marken, wo nur sehr vereinzelt gesprochen wird. Schnell fällt dann der Entschluss, dass das Thema Social Media Monitoring für diese Unternehmen derzeit keine Relevanz besitzt. An dieser Stelle besteht wohl noch einiges an Aufklärungsbedarf, denn diese Einstellung wird der Komplexität und den Möglichkeiten von Social Media Monitoring nicht gerecht. Vielmehr fehlt es an konkreten Strategien auf Nachfrager- sowie Anbieterseite für eine intelligente Herangehensweise.

Ein aktuelles Beispiel – deutsche Optiker

Im Rahmen eines Projektes hat Webbosaurus jüngst die Wahrnehmung von Optikern, wie unter anderem Apollo Optik, Neusehland und eyes + more untersucht. Insgesamt wurden 8 der 9 größten deutschen Optiker betrachtet (Fielmann ausgenommen). In einem Monat wurden dabei lediglich 60 relevante Beiträge zu allen acht Marken veröffentlicht. Im Vergleich mit anderen Branchen ist das sehr wenig. Zwar geben auch diese Beiträge bereits einiges an Input, so stammt zum Beispiel eine Vielzahl der Beiträge von Qype, wo konkret positive wie negative Faktoren angesprochen werden, die Potentiale für die Branche der Optiker werden jedoch erst im nächsten Schritt offensichtlich. Ebenfalls über einen Monat hat Webbosaurus dafür die Gespräche zum Thema „Optiker“ untersucht. Innerhalb dieser 30 Tage gab es diesbezüglich rund 1500 relevante Beiträge. Anhand einer konkreten Analyse wird deutlich, welche Fragestellungen, Probleme und Themen die User beschäftigen. Optiker könnten nun beispielsweise zu Problemlösungen beitragen und ihren Namen somit positiv in die Konversationen einbringen. Ebenso könnten Sie diese Gespräche aufgreifen und sich auf den eigenen Social Media Kanälen dieser Thematiken gemeinsam mit der Community annehmen. Sicherlich würden anschließend auch die Aktivitäten rund um die eigene Marke zunehmen.

Noch viel Luft nach oben – Besserung in Sicht!

Natürlich ist das nur ein Beispiel, welches aber verdeutlicht, welche Potentiale unter anderem im Beobachtung von Themen und Branchen liegen. Den Unternehmen sei an dieser Stelle kein Vorwurf gemacht. Vielmehr müssen Monitoring Dienstleister und Kunde künftig noch enger zusammenarbeiten, über Möglichkeiten aufklären und sich in regelmäßigen Abständen über Ziele und Vorstellungen für das Social Media Monitoring austauschen, um die Abläufe zu optimieren. Derzeit greifen die meisten Unternehmen noch auf kostenlose Lösungen, wie Google Alerts zurück. Selten bedacht werden dabei jedoch die Human Ressources, welche für die Aufarbeitung der Beiträge benötigt werden. Ebenso kann Google Alerts langfristig nicht die gewünschte Quantität und Qualität der Resultate liefern. Allerdings ist zu konstatieren, dass die Budgets für Social Media Monitoring weiterhin steigen und immer mehr Unternehmen einen professionellen Anbieter in Anspruch nehmen.

 

Gastautor

Jan BartelsJan Bartels ist Gründer und Geschäftsführer der Webbosaurus GmbH, einer Berliner Agentur für qualitatives Social Media Monitoring und Social Media Analysen.

  11 comments for “Social Media Monitoring am Praxisbeispiel „Optiker“

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  6. 26. November 2012 at 09:10

    Besserung ist hoffentlich in Sicht, denn es kann auch abwärts gehen.

Wir freuen uns sehr über Kommentare!