review stART.10 Conference in Duisburg

stART10 ConferenceIn Duisburg fand vom 9. bis 10 September die 2te stART Conference statt, deren Idee es ist Kulturschaffende über aktuelle Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten von Social Media für den Kulturbereich zu informieren sowie Austausch und Vernetzung mit Social Media Lösungsanbietern zu ermöglichen.
Über 50 Sprecher aus Kultur, Wissenschaft und Agentur gaben ihre Best Practices, Ergebnisse ihrer empirischen Studien oder Einblicke in neue Technologien zum Besten. Alles in allem eine in informativer und netzwerkender Hinsicht sehr gelungene Konferenz, von der ich gut gelaunt zurück reiste. Die Vorträge und Workshops werden in die Slideshare Gruppe nach und nach eingestellt.

Am interessantesten fand ich den Stand der Forschung sowie die Praxis Berichte, von denen ich ein paar nachfolgend kurz beschreiben werde.

Die Konferenz begann für mich mit einem Vortrag von Prof. Dr. Carsten Winter über die Logik und die Mechanismen der Pull-Kultur an Beispielen aus der Kulturindustrie und Werbung. Auf die Produktion folge Allokation, Wahrnehmung und Nutzung von Kultur als Umgang mit Komplexität der neue Bedeutungen schafft – Bsp. Madonna „Like a prayer“, die die Bedeutung der brennenden Kreuze anders belegte. Es gehe darum eine Beziehung zu anderen herzustellen über das was mir wichtig ist – Bsp.: Last.fm. Nähe ist heute zentral in dem neuen Verständnis der Pull-Kultur.

Erfreulicherweise gab es auch ein paar empirische Untersuchungen zum Thema, die zwar belegten was man eh erwartete, aber Empirie gibt eben doch die besseren Argumente als Bauchgefühl. Untersucht wurden einmal die Präsenzen und das Engagement von Museen und Orchestern im Web2.0. Facebook und Twitter waren die beliebtesten Dienste im Einsatz, Blogs die unbeliebtesten. Eine Vernetzung der Profile oder Einbindung in die Gesamtkommunikation war kaum vorhanden. Etwas überraschend für mich war, dass hauptsächlich Kommunikation i.S.v. Mitteilung praktiziert wurde und weniger die in den Social Media viel beschworene Konversation. Hier und in den 2 anderen Studien-Berichten wurden als gute Beispiele für Kultur im Web (2.0) genannt:

Bemerkenswerterweise kam zu dieser zum Teil vom Publikum geleisteten Aufzählung vom Musterbeispielen als Tenor aus den Reihen: „keine großen Strategien, sondern wissen was man ist und dann just do it“.
Museum kommt übrigens von griechisch „Musaion“ = der Ort an dem man Heureka sagen konnte, etwas publizieren. Ein Ranking der Mussen auf Twitter und Facebook gibt es im PR-Kloster.

Einen unterhaltsamen Vortrag bot Neanderweb2.0, die mit der Schaffung des twitternden und facebookenden Mr.N eine schöne Gallionsfigur in ihrer Kommunikation aufgebaut haben. Gute Idee, wie auch im Januar 2010 die Alte Pinakothek in München Rubens zur gleichnamigen Ausstellung twittern liess.

Interessant fand ich auch einen Überblick über mobile Anwendungen in Social Media, wie Geocaching, Foursquare, Gaming bis zu Augemented Reality von Norbert Hayduk, der vielleicht noch auf Slideshare hoch geladen wird.

Ich habe 2 Berichte über Social Media Strategien gesehen, die letztlich zu theoretisch wirkten, als dass sie jetzt (schon?) unmittelbare Relevanz für die tägliche Praxis hätten. In Gesprächen hörte ich auch oft: im Moment käme es auf geeignete Taktiken und aufs Machen an. Frage mich ob es noch zu früh für Frameworks ist oder sie für diesen von Menschen bestimmten (und damit wenig kontrollierbaren) Bereich der Kommunikation per se nicht gut machbar sind.

Über die Hürden in der Umsetzung von Web 2.0 Taktiken in der Praxis der Kultureinrichtungen haben Vertreter der Berliner Festspiele, Tonhalle Düsseldorf und Musikland Niedersachsen diskutiert. Ausführlichen Bericht geben z.B. Audience+. Praxis Einblicke sind immer sehr interessant, auch wenn sie Erwartetes wiedergeben bzw. bestätigen. So z.B. dass der Aufbau einer eigenen Community bei allen gescheitert ist. Das neue Social Model heisst nun mal Facebook (open graph) und das ist inzwischen Tatsache. Interessant war auch die Einsicht, dass alle nun ca. 1 Jahr herum experimentiert haben und es nun einer Content Startegie Bedarf sowie Prozesssteuerung für das Intergrieren der neuen Kommunikation in die Organisation. Dazu werde ich auch nochmal gesondert etwas schreiben.

Interessant und nett war auch die kleine Runde im Worldcafe zum Thema Fundraising – wir haben 2 Stunden gut gearbeitet und wollen die geimensamen Erkenntnisse dokumentieren un din einem Wiki weiter entwickeln – den Link hierzu werde ich nachreichen, sobald er bekannt wird und freue mich auch schon darauf!

Weitere Berichte zur Konferenz findet ihr beim @kulturmanager oder bei xtranews.

Wenn jemand noch interessante Beiträge findet, freue ich mich über einen Link-Hinweis.

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